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Gute Praxis

Gesund arbeiten und altern

Darum geht's

Angesichts eines steigenden Durchschnittsalters und zunehmenden Zeitdrucks ist die Gestaltung von gesundheitsförderlicher Arbeit in den Fokus vieler Unternehmen gerückt. Die Problemlagen, mit denen sich die Betriebsräte konfrontiert sehen, sind vielfältig. Seien es schwere körperliche Tätigkeiten, Überlastung durch Überstunden, steigende mentale Belastung, erhöhter Krankenstand oder die zunehmende Anzahl an Kranktagen – die Betriebsräte sehen sich in der Pflicht, nicht nur für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aktiv zu werden, sondern durch Prävention und Nachhaltigkeit weiteren Problemlagen vorzubeugen. Denn nur so ist es möglich ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich nicht nur die Mitarbeiter wohl fühlen, sondern das den Unternehmen ebenfalls betriebswirtschaftliche Erleichterung verschafft.

Aber welche Vorschläge haben Betriebsräte? Welche betrieblichen Lösungen werden verankert? Für diese Publikation wurden all jene Projekte in den Blick genommen, die zwischen 2010 und 2018 von Betriebsräten beim Deutschen Betriebsrätepreis eingereicht wurden und sich thematisch mit gesunder Arbeitsgestaltung und Stressreduktion befassten. In acht Unternehmen konnten Betriebsräte befragt werden. Ausnahmslos waren betriebliche Ausgangslage und Bedürfnisse der Beschäftigten zentral für die Entwicklung von gesundheitsfördernden Angeboten. Die Arbeit der Betriebsräte konzentrierte sich sowohl auf die physischen Belastungen des Arbeitsalltags als auch darauf, die Reduzierung psychischer Belastungen in Angriff zu nehmen. Hierbei wurden nicht selten Einzelschritte zur Verbesserung eines bestimmten Problems zu einem umfassenden gesundheitsfördernden Gesamtkonzept verknüpft.

Basiserkenntnis

Die Gefährdungsbeurteilung physischer und psychischer Belastungen ist der Schlüssel, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Mit Hilfe dieses Verfahrens können die Gefährdungslagen der Beschäftigten herausgefiltert, Maßnahmen zur Prävention abgeleitet und umgesetzt werden und man schafft die Basis zur Etablierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Daran anknüpfend sind Wirkungskontrollen unverzichtbar, sowohl um positive Effekte sichtbar zu machen als auch den Betriebsparteien Sinn und Nutzen der gesundheitsförderlichen Aktivitäten vor Augen zu führen und sich so den Rückhalt in der Belegschaft zu sichern.