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Finanzkrise 2007-09 und ihre Folgen

Finanzmarktregulierung

Die Finanzkrise 2007-09 – Turbulenzen in der globalen Wirtschaft

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Im Sommer 2007 begann eine dreijährige Finanzkrise, die die globale Wirtschaft tiefgreifend erschütterte. Es war die schwerste Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise von 1929-1933. Viele Länder, viele Volkswirtschaften, viele Unternehmen und viele Arbeitsplätze wurde von dieser Krise hart getroffen. Auslöser der Finanzkrise waren zusammenbrechende Finanzinstitute, die zuvor extrem riskante Finanzgeschäfte betrieben hatten. Weite Teile des globalen Finanzsektors wurden nun angesteckt und stürzten ebenfalls ab. Die Finanzkrise verdeutlichte, dass die modernen Finanzmärkte mit ihren ständigen Instabilitätsgefahren viele Millionen Menschen in existenzielle, persönliche Not bringen können. Umso wichtiger ist es zu fragen, ob die Ursachen dieser Instabilitäten wirksam angegangen werden können. Darum geht es im Folgenden.

Der Finanzsektor hat in der modernen kapitalistischen Wirtschaft eine herausragende Bedeutung. Er ermöglicht Unternehmen, Staat und Privathaushalten die Beschaffung von Finanzmitteln. Er sorgt für die Abwicklung von Zahlungsvorgängen. Und er ermöglicht das Sparen und Anlegen von Geldern. Von der stetigen, sicheren und zuverlässigen Funktion der Finanzvorgänge hängen die Sicherheit des Finanzsektors, der Gesamtwirtschaft, der Arbeitsplätze und des Wohlstands ab. Gerade aufgrund der zentralen Funktion des Finanzsektors können grundlegende Störungen, Instabilitäten oder Krisen in diesem Bereich große Schäden in Wirtschaft und Gesellschaft mit erheblichen Folgen für breite Bevölkerungskreise verursachen. Aus diesen Gründen betreibt der Staat Finanzmarktregulierung und Finanzmarktaufsicht. Oft waren diese jedoch wirkungslos. In einer Dissertation untersuchte der Autor die europäische Regulierung des Finanzmarktes nach der Finanzkrise 2007-09. Außerdem befragte er Stipendiaten/Altstipendiaten der Hans-Böckler-Stiftung und gewerkschaftliche Aufsichtsratsmitglieder nach ihrer Bereitschaft, sich für einen stabilen Finanzmarkt einzusetzen. Aus dieser Arbeit werden nun zentrale Inhalte präsentiert.

Im folgenden Abschnitt geht es zunächst um die Ursachen der Finanzkrise von 2007-09: Wie konnte es eigentlich dazu kommen? Dann wird auf die zerstörerischen Folgen der Krise eingegangen. Anschließend wird die nach der Krise erfolgte europäische Finanzmarktregulierung daraufhin betrachtet, ob sie in Zukunft ähnliche Finanzkrisen verhindern kann. Und schließlich wird eine Befragung von gewerkschaftlichen Aufsichtsratsmitgliedern vorgestellt, bei der es um ihre Bereitschaft ging, sich persönlich für einen stabileren Finanzmarkt einzusetzen.

Dr. Lothar Kamp

aktualisiert am 19.10.2021