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Inklusionsvereinbarung

Inklusive und digitale Arbeitswelten

Neue Chancen für Inklusion in Zeiten digitaler Transformation?

Icon Inklusion

Inklusion zeichnet sich durch das selbstverständliche Einbeziehen von Menschen mit Behinderungen in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens als gleichberechtigte BürgerInnen aus. Überall dort, wo die Betroffenen ihren Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft bzw. in der Arbeitswelt verwirklichen können, kann von gelungener Inklusion gesprochen werden. Hierfür bedarf es grundlegender Rahmenbedingungen, wie z. B. eine barrierefreie Umwelt. Hinzu kommen spezifische Lösungen und Maßnahmen, welche die Inklusion einzelner Betroffenengruppen oder Personen ermöglichen. 

Trotz vieler positiver Inklusionsbeispiele existieren gerade in der Arbeitswelt noch immer Barrieren in den Köpfen. Noch zu oft gibt es Vorurteile, dass behinderte Beschäftigte geringer belastbar und weniger leistungsfähig sind als ihre nicht behinderten KollegInnen. Häufig kommen Unsicherheiten im direkten Umgang mit den Betroffenen hinzu. Im Ergebnis stellte eine dem Inklusionsgedanken gerecht werdende Beschäftigung von behinderten Menschen bereits in der Vergangenheit eine große Herausforderung dar. Auftrieb bekommt die Thematik durch die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans (NAP) zur UN-Behindertenrechtskonvention: Inklusion ist damit zu einem prominenten Ziel auf der politischen Agenda deklariert worden.

Aber wie ändert sich die Situation durch den zunehmenden Trend zur digitalen Transformation? Digitalisierung wirkt sich auf alle wesentlichen Merkmale der Gestaltung von Arbeit und damit auch auf die Ausprägungen von psychischen Belastungen und Beanspruchungen aus. Dem Potenzial für sinnstiftendere Tätigkeiten stehen Szenarien über Rationalisierungseffekte durch die Digitalisierung gegenüber. Die digitale Transformation steht folglich überall dort mit dem Inklusionsgedanken im Widerspruch, wo sie die Ausgrenzung von behinderten Menschen (mit)verursacht. Darin kommt ein dynamisches Verständnis von Behinderung zum Ausdruck, welches das Zusammenspiel von individuellen Einschränkungen und umwelt- sowie einstellungsbedingten Barrieren hervorhebt. 

Dieser Kartenstapel vereint wichtige Rahmenbedingungen, um die Chancen der digitalen Transformation bei der Inklusion von behinderten Menschen in die Arbeitswelt in den Vordergrund zu stellen.
 

Dr. Holger Wellmann

aktualisiert am 05.11.2020