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Bestimmung von Wesentlichkeit

Due Diligence und die Wesentlichkeitsanalyse

Relevanz des Themas für Arbeitnehmervertretungen

Due Diligence und Wesentlichkeitsanalyse

Due-Diligence (Sorgfaltspflicht), Wesentlichkeit und die Wesentlichkeitsanalyse haben zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Arbeit von Arbeitnehmervertretungen in Unternehmen. Verschiedene Konzepte sehen die Einbindung von Arbeitnehmervertretungen als interne Anspruchsgruppen des Unternehmens explizit vor.

Die Bestimmung von Wesentlichkeit (s. auch "Wesentlichkeit und Materialität“) und die Wesentlichkeitsanalyse (s. auch "Wesentlichkeitsanalyse") sind entscheidende Faktoren bei der Definition konkreter Nachhaltigkeitsziele, der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Ableitung geeigneter Maßnahmen. Bestandteile von CSR können wichtige Hebel darstellen, um Arbeitnehmerinteressen durchzusetzen (Beile/Vitols 2018), deshalb ist gerade die Einbindung der Arbeitnehmervertretungen bei der Wesentlichkeitsbewertung von großer Bedeutung. Da personelle und sonstige Ressourcen der Arbeitnehmervertretungen häufig begrenzt sind, bietet insbesondere die Wesentlichkeitsanalyse einen guten Ansatzpunkt, Einfluss zu nehmen. Durch ihre Beteiligung können Arbeitnehmervertreter*innen sich damit bereits im Ziel- und Strategiefindungsprozess von Nachhaltigkeit einbringen und das Nachhaltigkeitsengagement mit relativ geringem Arbeitsaufwand gezielt beeinflussen.

Ansatzpunkte für die Einbindung der Arbeitnehmervertretungen bei der Wesentlichkeitsanalyse

Interessenvertretungen müssen sich dann „nur“ darauf konzentrieren, in alle Kommunikationsprozesse eingebunden zu werden und die für sie wichtigen Themen auf die Agenda zu setzen. Hierzu müssen sie eine Prioritätensetzung in Hinblick auf wesentlichen Risiken und wesentliche Themenfelder vornehmen. Voraussetzung ist, dass Arbeitnehmervertretungen Zugang zu relevanten Informationen bekommen und bei der Verteilung von Informationen berücksichtigt werden.

In Hinblick auf Due-Diligence (Sorgfaltspflicht) (s. auch "Sorgfaltspflicht") sind Arbeitnehmervertretungen gefordert, sich als interne Interessengruppe zu positionieren, ihre Beteiligung einzufordern und ihre Einflussmöglichkeiten auszubauen. Wie auch bei der Bestimmung von Wesentlichkeit und der Wesentlichkeitsanalyse geht es bei Due-Diligence häufig darum, auf der Grundlage einer Risikoeinschätzung Prioritäten zu setzen. Arbeitnehmervertretungen können hier darauf achten, dass Arbeitnehmerrechten und Arbeitnehmerbelangen die Berücksichtigung zukommt, die sie verdienen. Darüber hinaus können Arbeitnehmervertretungen zum Beispiel in Hinblick auf Risikoanalysen und Folgeabschätzungen wichtige Hinweise und Informationen aus der Belegschaft oder dem gewerkschaftlichen Umfeld geben, um Risiken im Unternehmen zu beurteilen. Auch sind Arbeitnehmervertretungen der Hauptansprechpartner, wenn es um Verstöße und Abhilfemaßnahmen in Hinblick auf die Beschäftigten geht.

Dr. Katrin Vitols

aktualisiert am 18.08.2020