Warum ist die Vergütung von Vorstandsmitgliedern ein Thema für die Mitbestimmung?

Ilustration Vorstandsvergütung
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Die Vergütung von Vorstandsmitgliedern in deutschen börsennotierten Unternehmen ist in vielerlei Hinsicht eine spezielle Angelegenheit. Denn Vorstände bekommen kein Gehalt wie „normale“ Angestellte, sondern gelten gesetzlich als Organvertreter/innen mit „umfassender Leitungsmacht“. Ihre Vergütung basiert teils auf komplexen Systemen, die nur schwer zu durchschauen sind.

Das macht es für die Öffentlichkeit umso weniger nachvollziehbar, warum Bezüge von Vorstandsmitgliedern in den letzten Jahren in vielen Fällen schwindelerregende Höhen erreicht haben. Ein immer wieder in der Öffentlichkeit zitierter Beleg dafür ist die Jahresvergütung des VW Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn, der mit rund 16 Millionen Euro im Jahr 2014 ein in Deutschland bisher einmaliges Rekordgehalt verbuchen konnte.

Auch im Geschäftsjahr 2016 sind die Bezüge der Vorstandsmitglieder in den Unternehmen des DAX30 von einem hohen Niveau aus weiter leicht gestiegen. Es gibt eine anhaltende öffentliche Diskussion darüber, was eine angemessene Bezahlung ist, ob eine Begrenzung der absoluten Höhe der Bezüge für Vorstände sinnvoll ist und welches die richtigen Instrumente hierfür sind.

In Unternehmen mit einem Aufsichtsrat entscheidet dieser als Kontrollgremium darüber, wie die Vorstandsmitglieder entlohnt werden sollen. In mitbestimmten Aufsichtsräten tragen die Arbeitnehmervertreter/innen somit ebenso Verantwortung beim Thema Vorstandsvergütung und sind damit verpflichtet, über die Angemessenheit zu entscheiden.

Der nachfolgende kompakte Überblick über Vergütungssysteme, Wirkungsweisen und die aktuellen Debatten rund um das Thema Vorstandsvergütung gibt Orientierung, Hilfestellung und Fakten für die Aufsichtsratstätigkeit.

Katrin Schmid


aktualisiert am 07.11.2017