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Arbeit mit gesundheitlicher Einschränkung

Leistungswandlung

Warum wir uns mit Leistungswandlung auseinandersetzen sollten

Icon Leistungswandlung

Der Begriff Leistungswandlung ist einigermaßen neu, auch wenn das damit beschriebene Phänomen so alt ist wie die Lohnarbeit selbst. Arbeitnehmer*, die infolge alters- oder berufsbedingtem Verschleiß, Krankheiten oder anderer Ursachen ihre berufliche Leistungsfähigkeit eingebüßt haben, wurden in der Vergangenheit häufig als leistungsgemindert bezeichnet. Sozial verantwortungsbewusste Arbeitgeber haben diesen Arbeitnehmern häufig sogenannte Schonarbeitsplätze angeboten, z.B. an der Pforte, in der Waschkaue oder bei der Grünpflege. Diese Arbeitsplätze fallen zunehmend weg, werden durch Dienstleister erbracht oder unterliegen ebenfalls wachsenden beruflichen Anforderungen. Jetzt beginnt die Wirtschaft die positive Perspektive – also die verbliebene Leistungsfähigkeit – in den Blick zu nehmen. Zeitgleich beginnt sich auch der sprachlich deutlich weniger diskriminierende Begriff der Leistungswandlung durchzusetzen.

Menschen verändern sich im Laufe ihres Berufslebens. Unternehmen stehen hier zum einen in der Verantwortung, negative berufsbedingte Veränderungen zu vermeiden. Zum anderen müssen sie Beschäftigten mit veränderten Leistungsprofilen Tätigkeiten anbieten, die zu deren Leistungsfähigkeit passen. In beiden Fällen haben wir es sowohl mit einer sozialen als mit einer betriebswirtschaftlichen Verantwortung zu tun. Die Arbeitsfähigkeit (work-ability) der Beschäftigten ist ein wichtiger Produktivitätsfaktor. Insbesondere in Zeiten beschleunigten Wandels in der Arbeitswelt – begleitet von Fachkräftemangel, steigendem psychischen Druck durch Arbeitsverdichtung und alternden Belegschaften – beginnen Unternehmen die Passung von Leistungsfähigkeit und Anforderungen als prioritäre Managementaufgabe zu erkennen.

Gute und mitbestimmte Personalarbeit beherrscht das notwendige Managementinstrumentarium: von der Anpassung des Arbeitsplatzes über Personalentwicklung und Qualifizierung bis hin zu internen/ externen Wechseln. Im Fachausschuss „Leistungsgewandelte“ sind wir, die Engeren Mitarbeiter der Arbeitsdirektoren Stahl, einigen wichtigen Fragen zum Thema nachgegangen. Unsere zentralen Erkenntnisse möchten wir hier darstellen. Unser „Kartenstapel“ erhebt nicht den Anspruch, das Thema vollumfänglich abzuhandeln. Er kann und soll aber zur ersten Sensibilisierung dienen.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.