Was ist dran am Hype um Digitalisierung und Industrie 4.0?

Industrielle Fabrikarbeit und Dienstleistungsarbeit stehen vor Umbrüchen. Schlagworte wie Digitalisierung und Industrie 4.0 machen die Runde, geben dem Wandel einen Namen. Neu ist, dass Mensch, Maschine und Produkt entlang der Wertschöpfungskette in Echtzeit miteinander kommunizieren – neue Sensortechnik und Vernetzung über das Internet machen es möglich. Riesige Datenmengen können gespeichert und in Echtzeit ausgewertet werden. Man hat die Auslastung der Anlagen stets im Blick – weltweit. Der Mensch wird über ein Tablet oder ein Smartphone mit der Technik verbunden und so Teil des Netzwerkes. Nicht alles daran ist revolutionär, nicht jede Innovation löst bestehende Routinen ab. Aber: Einige neue Geschäftsmodelle machen Druck auf etablierte Industrien und Produktionsweisen. Die smarte Fabrik reagiert flexibler auf Anforderungen des Marktes, Kundenwünsche werden möglichst individuell und rund um die Uhr bedient. Das alles hat Folgen für die Art und Weise, wie wir arbeiten, und Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt, wie wir sie kennen. Weitere Informationen hierzu finden sich im Kartenstapel Arbeiten 4.0.

Im Fokus stehen insbesondere folgende Anwendungen und Technologien:

  • Echtzeitsteuerung und Prozessvisualisierung in Fertigung, Verwaltung und Logistik
  • vernetzter Einsatz von Scannern, Smartphones, Tablets, Datenbrillen, RFID-Chips, Sensoren und neue Steuerungstechniken
  • computergesteuerte (prozess- und personenbezogene) Unterstützung durch mobile Assistenzsysteme in Planung, Montage und Service
  • intelligente Leichtroboter, die direkt mit Menschen zusammenarbeiten
  • neue Formen der Web-basierten Organisation der Zusammenarbeit und Arbeitsteilung auf Plattformen wie Cloudworking und Crowdworking, auch Termin- und Schichtplankoordinierung
  • direkte Kundenkontakte, vernetzte Wertschöpfungsketten über Unternehmensgrenzen hinweg.

Nicht alle Komponenten der Anwendungen müssen neu erfunden werden: Teilweise sind die Technologien schon länger im Einsatz. Durch die Vernetzung entsteht dabei eine neue Qualität und Geschwindigkeit der Digitalisierung. Zwar befindet sich derzeit noch vieles im Stadium der Pilotanwendung oder wird in Forschungsprojekten erprobt. Doch in einigen Unternehmen wird es sehr konkret.

Manuela Maschke


aktualisiert am 31.07.2017