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Werkzeugkasten (Modul 2)

Arbeitsschritte der Szenarienentwicklung

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Sascha MeinertMichael Stollt

aktualisiert am 10.03.2022

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Illustration Arbeiten mit Szenarien

Modul 2: Arbeitsschritte der Szenarienentwicklung

In diesem Modul werden die einzelnen Arbeitsschritte der Erstellung von Szenarien beschrieben. Das Vorgehen ist im Grunde immer ähnlich, es lässt sich aber bezüglich des Zeit- und Arbeitsaufwands stark variieren – von einer groben Skizze möglicher Alternativen in Bezug auf eine konkrete Fragestellung bis hin zur tiefgehenden Auseinandersetzung mit möglichen längerfristigen Veränderungen unter Einbeziehung vielfältiger Handlungsebenen und Perspektiven. Neben den organisatorischen Voraussetzungen und unterschiedlichen Formaten werden für die einzelnen Arbeitsschritte Beispiele und Praxisübungen vermittelt sowie typische „Stolperfallen“ bei der Szenarienentwicklung angesprochen.

Die Entwicklung von Szenarien ist immer eine Expedition in unvertrautes Terrain. Denn es geht um Veränderungen, die sich aus der Gegenwart heraus nur bedingt abschätzen lassen. Wie werden sich die Rahmenbedingungen unseres Handelns verändern, wovon können wir ausgehen, was ist noch hochgradig ungewiss? Da die Zukunft nicht berechenbar ist und sich per Definition nicht aus der Erfahrung heraus belegen lässt, ist die Entwicklung von Szenarien zunächst eine weniger strenge Wissenschaft im herkömmlichen Sinne und mehr ein kreativer, explorativer Prozess – eine Erkundung von Möglichkeiten. Gleichwohl geht es hier nicht um eine „L'art pour l'art“ (eine Kunst, um der Kunst willen), sondern um das Knüpfen von Zusammenhängen, um Sinn und (Be-)Deutung, um das Ausloten von Möglichkeiten. Kurz: um den Kontext unseres Handelns.

Der Szenarienansatz ist in diesem Sinne eine Kulturtechnik, die sich unter anderem durch folgende Merkmale auszeichnet:

  • die Akzeptanz der Grenzen von Vorhersehbarkeit, Planbarkeit und Kontrolle in einem komplexen – und damit unberechenbarem – Handlungsumfeld;
  • Sensibilität für den größeren und längerfristigen Kontext, in dem wir uns bewegen und handeln sowie die Fähigkeit, (mögliche) Veränderungen frühzeitig zu antizipieren und sich darauf vorzubereiten;
  • die mit einer offenen Zukunft verbundene Unsicherheit nicht (nur) als Bedrohung zu empfinden, sondern als Möglichkeitsraum, der vielfältige Handlungsoptionen beinhaltet, die wir mit einer gewissen Beweglichkeit und Achtsamkeit fruchtbar machen können;
  • die Einsicht, dass unterschiedliche „Theorien über die Zukunft“ nicht nur gleichberechtigt nebeneinander bestehen können, sondern in der Zusammenschau das Blickfeld weiten – und so auch zu besseren Entscheidungen beitragen.

Sascha MeinertMichael Stollt

aktualisiert am 10.03.2022