Hauptinhaltsbereich

Hintergrundinformationen

60 Jahre Römische Verträge

Von: Dr. Norbert Kluge17.03.2017

Am 25. März 1957 wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet, als Vorläufer zur Europäischen Union. Wir haben einige Texte, Grafiken und Videos zusammen gestellt, um auch im Mitbestimmungsalltag für ein starkes und soziales Europa einzutreten.

Cover 60 Jahre Römische Verträge
Das Dossier 60 Jahre Römische Verträge bietet Hintergrundinformationen, Videos und Infografiken.

Vor 60 Jahren wurden die Römischen Verträge unterzeichnet. Sie gelten als das Gründungsdatum für die Europäische Union, damals noch geführt unter der Bezeichnung Europäische Wirtschaftsgemeinschaften (EWG).

Wir Arbeitnehmer können stolz auf die Errungenschaft des vereinten Europas sein. Auch wenn von Beginn an vor allem wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund standen, wurde Europa damals schon sozialer Fortschritt und Arbeitnehmerbeteiligung in die Wiege gelegt. Die obligatorische Beteiligung der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften auf europäischer Ebene in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), sowie im neu gegründeten Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) legen Zeugnis dafür ab.

Dieses historische Datum gibt uns Akteurinnen und Akteuren der Mitbestimmung Anlass, gerade in Zeiten schriller nationalistischer Töne in Politik und Medien, selbstbewusst zu sagen: Europa, das sind WIR!

Die Beteiligung der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften muss im Zentrum Europas stehen. Niemand kann und darf Europa auf einen ökonomischen Binnenmarkt oder auf ein bürokratisches Verwaltungsverfahren mit Namen EU-Kommission reduzieren.

Das soziale Europa wird noch immer von unten nach oben gebaut. Europäische Regelungen sollen den sozialen Fortschritt antreiben, fortentwickeln – und nicht Europa zum Anlass nehmen, um nationale Arbeitnehmerrechte in Frage zu stellen. Genau das droht, wenn auch nicht zum ersten Mal, sollte der Europäische Gerichtshof im TUI-Fall der Argumentation folgen, dass deutsche Mitbestimmungsrechte die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit einschränken oder diskriminieren. Dagegen wehren wir uns gemeinsam mit den europäischen Gewerkschaften und unseren mittlerweile zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in den Europäischen Betriebsräten. Mitbestimmung ist ein aktiver Treiber für das Soziale Europa. Sie macht Arbeitnehmer zu Bürgern in Betrieb und Unternehmen. Wir brauchen mehr Mitbestimmung für ein soziales Europa – und nicht weniger.

Mit den hier angebotenen Hintergrundinformationen zum Ehrentag Europas laden wir Euch dazu ein, auch im Mitbestimmungsalltag für ein starkes und vor allem soziales Europa einzutreten: #zukunftmitbestimmung für die Zukunft des vereinten Europas – und gegen Nationalismus, Populismus und Rassismus.

Nichts ist überzeugender als das persönliche Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, z. B. in Betriebsversammlungen. Wahljahr bedeutet auch offenere Ohren von Politikern für unsere Anliegen. Journalisten sind meist dankbar, wenn sie für ihre Berichterstattung auf gutes Hintergrundmaterial zurückgreifen können. Über Feedback dazu freuen wir uns.

Da auf mobilen Endgeräten nicht alle Verlinkungen zu Videos in interaktiven PDF´s erkannt werden, empfehlen wir, die Einzelvideos auf dieser Seite anzuklicken. Alternativ kann auch der Acrobat Reader auf dem mobilen Endgerät installiert werden.

Dr. Norbert Kluge

ist Sonderberater in Fragen zu "Workers' Voice in European Corporate Governance" am Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.), das er bis März 2020 als wissenschaftlicher Direktor leitete. Er ist promovierter Diplom-Sozialwirt und war zuvor u.a. als Forschungsleiter am Europäischen Gewerkschaftsinstitut (ETUI) in Brüssel, als Referent des Europäischen Betriebsrats der ThyssenKrupp AG und als Koordinator der Betriebsrätegemeinschaft der Outokumpu Deutschland tätig. Seit April 2016 ist er deutsches Mitglied der Arbeitnehmergruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss.

Kontakt