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Szenarien – Strategien für unsichere Zeiten

Der Werkzeugkasten im Überblick

Sascha MeinertMichael Stollt10.03.2022

Szenarien handeln von der Zukunft, aber sie sind keine Prognosen. Vielmehr geht es um einen konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten, indem mögliche Veränderungen durchgespielt werden. Unser Werkzeugkasten bietet Euch einen praxisnahen Einstieg in die Szenarien-Methode.

Illustration Werkzeugkasten Szenarien

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

bereits über die letzten Jahrzehnte hat sich das Handlungsumfeld für die Mitbestimmung tiefgreifend verändert. Zu den treibenden Kräften zählen die Globalisierung von Märkten, Unternehmensstrukturen und Wertschöpfungsketten, der zunehmende Einfluss von (strategischen) Investoren, der technologische Wandel (insbesondere im Zuge von Digitalisierung, Automatisierung und Produktinnovationen), vielfältigere Beschäftigungsformen, neue Modelle der Arbeitsorganisation, der demografische Wandel, die immer deutlicher zutage tretenden ökologischen Herausforderungen und veränderte Lebensentwürfe.

Die Anforderungen an eine wirkungsvolle Mitbestimmung sind anspruchsvoller geworden und es ist zu erwarten, dass die Komplexität künftig eher noch weiter zunehmen wird. Denn all die genannten großen Veränderungslinien führen zu ganz konkreten Entscheidungssituationen in der alltäglichen Mitbestimmungsarbeit in den Betrieben und in den Aufsichtsräten sowie der gewerkschaftlichen Interessenvertretung. Immer häufiger sehen sich Arbeitnehmervertreter:innen mit vielschichtigen Sachverhalten und Fragestellungen und den damit verbundenen Unwägbarkeiten konfrontiert – und müssen doch handeln.

Veränderungen frühzeitig antizipieren, Handlungsmöglichkeiten identifizieren, Vorkehrungen treffen 

Mit Hilfe des Szenarien-Ansatzes lassen sich solche Veränderungsprozesse in einer systematischen Weise bearbeiten – und damit auch besser gestalten. Szenarien handeln von der Zukunft, aber sie sind keine Prognosen, die vorhersagen sollen, was passieren wird. Allein schon der Umstand, dass Szenarien stets in der Mehrzahl auftreten, macht deutlich, dass es hierbei um einen konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten geht. Unterschiedliche, aber gleichermaßen mögliche Veränderungen werden frühzeitig antizipiert, Handlungsmöglichkeiten werden identifiziert und abgewogen sowie Vorkehrungen getroffen – bevor der Wandel mit voller Wucht eintritt und nur noch das „nacheilende Reagieren“ bleibt.

Eine handlungsorientierte Ressource für Mitbestimmungsakteure

Die Hans-Böckler-Stiftung hat den Szenarien-Ansatz in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für prospektive Analysen (IPA) über die letzten Jahre in einer Vielzahl von Projekten für die Unterstützung von Mitbestimmungsakteuren fruchtbar gemacht und weiterentwickelt: als Qualifizierungsangebot für Mitbestimmungsakteure, im Rahmen von Fachkonferenzen, für die angewandte Mitbestimmungsforschung, für die betriebliche Mitbestimmung, die Unternehmensmitbestimmung in Aufsichtsräten und für die Erneuerung der Gewerkschaftsarbeit.

Mit unserem Werkzeugkasten „Szenarien – Strategien für unsichere Zeiten“ schaffen wir im Mitbestimmungsportal eine weitere handlungsorientierte Ressource, die Mitbestimmungsakteure dazu einlädt und befähigt, den Szenarien-Ansatz für den eigenen Arbeitskontext zu nutzen. Ziel ist es, die Arbeit mit Szenarien in der Mitbestimmungspraxis stärker zu verankern.

Die Module bauen aufeinander auf und vermitteln unterschiedliche Zugänge und Anwendungsmöglichkeiten. Im Vordergrund steht stets die Handlungsorientierung. Darum liegt auch ein besonderes Gewicht auf konkreten Beispielen und Praxis-Übungen, um die Inhalte im Wortsinne handhabbar zu machen.

Wir freuen uns auf Euer Feedback und Eure Erfahrungsberichte aus dem Feld einer vorausschauenden Mitbestimmung!

Sascha Meinert und Michael Stollt

 

 

Die einzelnen Module im Überblick:

Sascha Meinert

ist Politik­wissenschaftler und leitet seit 2004 das Institut für prospektive Analysen (IPA) in Berlin. Für die Hans-Böckler-Stiftung konzipierte und begleitet er den Szenarien-Prozess Mitbestimmung 2035.

Kontakt

Michael Stollt

leitet das Referat Mitbestimmungs­­­portal und koordiniert die Szenario-Aktivitäten am Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung (I.M.U.). Zuvor forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Gewerkschaftsinstitut in Brüssel zu europäischen Mitbestimmungsfragen.

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