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Corona-Programm

EZB stellt mindestens 750 Milliarden Euro bereit

Von: Maxi Leuchtersakt. am 09.06.2020

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 18.03. angekündigt, mit einem hunderte Milliarden schweren Paket gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise vorgehen zu wollen.

Aktualisierung 09.06.2020: EZB weitet Corona-Anleihenkaufprogramm aus

Die EZB weitet das Programm zum Ankauf von Anleihen um weitere 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro aus. Ebenso wird die Mindestlaufzeit des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) um ein halbes Jahr auf Ende Juni 2021 verlängert. Der Leitzins bleibt bei 0,00%. Der Regierungsrat der EZB ist am Donnerstag zusammengetreten.

Zuletzt hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das Staatsanleihenkaufprogramm der EZB PSPP (Public Sector Purchase Programme) teilweise verfassungswidrig sei. Die Verhältnismäßigkeit muss nun durch die EZB dargelegt werden – ansonsten darf sich die Bundesbank an den Käufen nicht länger beteiligen.

Der EZB-Rat hat ein mindestens 750 Milliarden Euro schweres Anleihekaufprogramm beschlossen, das bis zum Jahresende laufen soll. EZB-Präsidentin Christine Lagarde machte deutlich, dass die EZB alles tun werde, damit die Wirtschaft die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bewältigen könne. Im Rahmen des sog. „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) kann die EZB Staatsanleihen kaufen. Auch Unternehmensanleihen und Unternehmenskredite sollen Teil des Programms sein. Erstmals will die EZB auch kurzfristige Unternehmensanleihen kaufen. Lagarde betonte, die EZB werde alles für den Euro tun, was nötig sei. Durch das Programm solle der Schock, ausgelöst durch die Corona-Krise, möglichst absorbiert werden. Alle Wirtschaftsbereiche sollen demnach von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren. Gegebenenfalls könnte das Programm weiter ausgebaut werden.

Bereits letzte Woche hatte die EZB 100 Milliarden Euro bereitgestellt, um den Kreditfluss sicherzustellen. Die EZB ermöglicht Banken, mit geringeren Kapitalpuffern zu agieren und nachrangige Verbindlichkeiten für ihre individuellen Kapitalanforderungen zu nutzen. Mit den bereits laufenden Programmen zum Ankauf von Anleihen und weiteren Titeln steigt das Volumen des Anleihenkaufprogramms auf 1,1 Billionen Euro.

Die starke Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen EU-Staaten nährt die Furcht, dass es zu einer Rezession kommen könnte.