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Corona-Programm

EZB stellt mindestens 750 Milliarden Euro bereit

Von: Maxi Leuchters20.03.2020

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 18.03. angekündigt, mit einem hunderte Milliarden schweren Paket gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise vorgehen zu wollen.

Aktualisierung 27.03.20

Die EZB setzt sich bei ihrem neuen Rettungsprogramm über ihre selbstgesteckten Grenzen beim Ankauf von Staatsanleihen hinweg. Bisher sollte die EZB nicht mehr als ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes halten. Dies soll nun beim neuen „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) nicht länger gelten, wie die EZB in einem Papier ankündigt. Dies ist insbesondere günstig für von der Krise stark betroffene Länder wie Spanien und Italien, da die EZB so Anleihen in unbegrenzter Zahl kaufen könnte.

Der EZB-Rat hat ein mindestens 750 Milliarden Euro schweres Anleihekaufprogramm beschlossen, das bis zum Jahresende laufen soll. EZB-Präsidentin Christine Lagarde machte deutlich, dass die EZB alles tun werde, damit die Wirtschaft die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bewältigen könne. Im Rahmen des sog. „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) kann die EZB Staatsanleihen kaufen. Auch Unternehmensanleihen und Unternehmenskredite sollen Teil des Programms sein. Erstmals will die EZB auch kurzfristige Unternehmensanleihen kaufen. Lagarde betonte, die EZB werde alles für den Euro tun, was nötig sei. Durch das Programm solle der Schock, ausgelöst durch die Corona-Krise, möglichst absorbiert werden. Alle Wirtschaftsbereiche sollen demnach von besseren Finanzierungsbedingungen profitieren. Gegebenenfalls könnte das Programm weiter ausgebaut werden.

Bereits letzte Woche hatte die EZB 100 Milliarden Euro bereitgestellt, um den Kreditfluss sicherzustellen. Die EZB ermöglicht Banken, mit geringeren Kapitalpuffern zu agieren und nachrangige Verbindlichkeiten für ihre individuellen Kapitalanforderungen zu nutzen. Mit den bereits laufenden Programmen zum Ankauf von Anleihen und weiteren Titeln steigt das Volumen des Anleihenkaufprogramms auf 1,1 Billionen Euro.

Die starke Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen EU-Staaten nährt die Furcht, dass es zu einer Rezession kommen könnte.

Die europäische Bankenaufsicht möchte sicherstellen, dass Banken trotz möglicher Insolvenzen über genügend Kapitalressourcen und Eigenkapital verfügen. Auch die BaFin bekräftigt ihre Erwartung an die von ihr beaufsichtigten Institute, keine Dividenden auszuschütten.

Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft

EU und Nationalstaaten beschließen umfangreiche Maßnahmen

Um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der Coronakrise abzumildern, werden Firmen und Betriebe vor allem mit ausreichend Liquidität ausgestattet werden.

Digitalisierung und verschärfte EU-Regeln bei Eigenkapital, Liquidität und Offenlegungspflichten stellen die Finanzbranche vor vielfältige Herausforderungen. Auf dieser Seite stellen wir aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Informationen zusammen.