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Mitbestimmte Unternehmen: Zahlen & Fakten
Darum geht's
Wie viele paritätisch mitbestimmte Unternehmen gibt es aktuell? Wie hat sich ihre Anzahl verändert? Welche Rechtsformen haben sie und welche Größe haben die Gremien? Ein Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in vier interaktiven Grafiken.
667 paritätisch mitbestimmte Unternehmen
Die Grafik zeigt die Anzahl paritätisch mitbestimmter Unternehmen in Deutschland, aufgeschlüsselt nach Rechtsformen, für die Jahre 2023 und 2024. Die Gesamtzahl stieg von 664 (2023) auf 667 (2024). Die montanmitbestimmten Unternehmen werden hierbei nicht erfasst, jedoch die SE, die nach der Umwandlung ein paritätisches Gremium behalten haben.
So funktionieren die interaktiven Grafiken
Per Klick auf die Punkte in der Legende lassen sich einzelne Datensätze ein- und ausblenden. Konkrete Werte werden beim Überfahren der Grafik mit der Maus angezeigt. Über den Button rechts oben in der Grafik kannst du sie außerdem herunterladen.
Deutlich mehr GmbH als AG
Die Rechtsformen AG und GmbH verhindern die Umgehung der Mitbestimmung und maßgeblich für die Umsetzung des Mitbestimmungsrechts ist hier nur die Anzahl der inländisch Beschäftigten. Daher überrascht es nicht, dass sie die vorherrschenden Rechtsformen bei der Unternehmensmitbestimmung sind. 90 % der mitbestimmten Unternehmen haben eine der beiden Rechtsformen. Davon entfallen 58,5 % auf die GmbH und 31,5 % auf die AG.
Entwicklung mitbestimmter Unternehmen seit 1977
Die Grafik illustriert die Entwicklung der Anzahl mitbestimmter Unternehmen nach allen Rechtsformen.
1977 – und damit ein Jahr nach Inkrafttreten des Mitbestimmungsgesetzes – wurde von der Hans-Böckler-Stiftung erstmals untersucht, welche Unternehmen der paritätischen Mitbestimmung unterfallen. Das waren damals 475 Unternehmen. Seit 1981 wird dies kontinuierlich einmal im Jahr mit Stand zum 31. Dezember festgestellt. Aus diesen knapp 50 Jahren sind ein paar markante Zahlen hervorzuheben. 1992 kamen erstmals 102 Unternehmen aus Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung hinzu und ließen damit die Zahl auf über 700 Unternehmen steigen. 2002 gab es mit 767 die meisten mitbestimmten Unternehmen. Seitdem ging die Zahl bis 2015 auf 635 Unternehmen spürbar zurück. Aktuell sind es 667 Unternehmen.
Gremiengröße: Mehrheit 12-köpfig, viele freiwillig größer
Die Grafik vergleicht die Größe der Aufsichtsräte in mitbestimmten Unternehmen für die Jahre 2023 und 2024. Das Verhältnis der Größenklassen zueinander, ist seit Jahren nahezu gleich. 2024 hatten 421 Unternehmen ein 12-köpfiges Gremium, 109 ein 16-köpfiges und in 130 Unternehmen gab es ein 20-köpfiges Gremium. Damit gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Zuwachs bei den größeren Gremien.
Seit Jahren wird von vielen der Unternehmen mit einem 20-köpfigen Aufsichtsrat diese Größe freiwillig gewählt. Insbesondere bei kommunalen Unternehmen wird auf Wunsch der Anteilseigner ein größeres Gremium gebildet, als das Mitbestimmungsgesetz vorsehen würde.
Weiterführende Informationen
Downloads
Erosion der Unternehmensmitbestimmung
Die Ergebnisse unseres neuen Mitbestimmungsreports belegen die Notwendigkeit von Gesetzesreformen zum Schutz der Mitbestimmung: Ein Kernproblem ist die Europäische Aktiengesellschaft (SE). Nur jede sechste SE ist paritätisch mitbestimmt.
Mitbestimmungsreport 77
Eindämmung des "Einfriereffekts" bei der SE
In ihrem Koalitionsvertrag hat die „Ampel“ vereinbart, gegen die Mitbestimmungsvermeidung bei der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) vorzugehen. Ein neues Gutachten zeigt, was die Politik durch nationale Gesetzgebung konkret dagegen tun kann.
